Freitag, 12. Januar 2018

Im Winter von Karl Ove Knausgard - Rezension

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Luchterhand Verlag
307 Seiten
Briefroman
Erster Band: Im Herbst
Folgebände: Im Frühling, Im Sommer


Wie auch im ersten Band ist das Buch gegliedert in Briefe. Zuerst an eine ungeborene, dann an eine neugeborene Tochter. Dazwischen finden sich Beschreibungen von Dingen die den Autor beschäftigen, die ihm auffallen und die ungewöhnlich für eine bestimmte Jahreszeit sind. Ergänzt wird das ganze von einigen Malereien von Lars Lerin. 

Im Winter konnte mich genau wie Im Herbst wieder mitreissen! Karl Ove Knausgard erzählt von persönlichen Erfahrungen und von verschiedenen Momenten in seinem Leben mit seiner Familie. 
Beinhaltet sind die Monate Dezember, Januar und Februar. 

Das Buch beginnt mit einem Brief an seine ungeborene Tochter, indem er ihr erklärt wie das Leben so ist, dass es viele schwierige Momente aber auch viele schöne und erinnerungswerte Situationen gibt. Darauf beginnen die ersten Beschreibungen von typischen Wintermotiven und -situationen, wie auch von sehr ungewöhnlichen Gedankengängen und persönlichem Stoff. 
Auch in den darauffolgenden beiden Monaten wird dies fortgeführt, ausgenommen davon, dass seine Tochter am 29. Januar auf die Welt kommt, und damit ein Brief an sie am Anfang des Januarkapitels, wie auch einer am Ende des Kapitels stehen. 
Um einige Beispiele zu nennen, finden wir Themen wie Schnee, Schneeflocken, Weihnachtsgeschenke und ähnliches, aber auch Gedanken über Hohlräume, Sex und vieles mehr, dass nicht zwingend etwas mit dem Winter zu tun haben muss. 


Knausgard hat die ungewöhnlich Begabung seinen Alltag und alles darin Vorkommende von einer neuen Perspektive aus zu betrachten, die Dinge und Abstrakta zu Verfremden und zu beschreiben in einer Weise, in der wir ein alltägliche Gegenstände noch nie wahrgenommen haben und vor allem spricht er über Elemente unseres täglichen Lebens, die wir aus Gewohnheit nicht mehr bemerken. Damit erhalten einige elementare Dinge in unserem Leben einen Raum für sich, die sonst für selbstverständlich hingenommen werden. 

Ich kann nicht ausschliesslich Positives über das Buch sagen, hin und wieder hatte es wirklich seine Längen oder auch Kapitel die mich kaum interessierten, dennoch lässt es sich einerseits schnell Weglesen, andererseits regt es ungemein zum Denken an! 


Wie bereits erwähnt, ist auch dieses Buch von einem Künstler illustriert: von Lars Lerin. Dieser arbeitet mit präzisen Pinselstrichen, die jedoch nicht haarscharfe Landschaften darstellen, sondern mich etwas an den impressionistischen Stil erinnern. Die Farben sind toll gewählt, passend zum Winter, wie auch die Motive. Ich konnte mich durch die Bilder, auch wenn sie keinen direkten Bezug zum Autor haben, in seine Welt hineinversetzten. 

Im Grossen und Ganzen kann ich diese Bücher wirklich empfehlen! Im Winter hat mir wieder sehr gut gefallen. Die Bücher sind saisonal gestaltet und ich würde sie auch nach diesen gerichtet lesen, um das ultimative Leseerlebnis zu erreichen. 

Vielen herzlichen Dank an das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar

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