Freitag, 29. Dezember 2017

Wenn Prinzen fallen von Robert Goolrick - Rezension

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btb Verlag
285 Seiten
Fiktion, Roman
Rooney gehört zu der kleinen Gruppe von Menschen, die sich in der FIRMA ein Platz als Trader gesichert haben und damit in Luxus leben kann. In New York feiert er Parties, gönnt sich viele Frauen und lebt im Prinzip von Kokain. Er führt ein Leben wie man es sich nur wünschen kann. Doch "Je höher man steigt, desto tiefer fällt man" und als sein Drogenkonsum und eine Katastrophe unausweichlich werden, übertreibt er es und verliert alles. Nicht nur sein Ansehen und Vermögen, sondern auch seine geliebte Frau, seine Freunde und seine Ehre. In den 80er Jahren in New York greift ausserdem die neue, unbekannte Krankheit Aids durch und rafft unzählige Leben dahin. Wird es Rooney schaffen, sich ein neues Leben aufzubauen, dass ihm einen Sinn gibt?

Ich habe den Film Wolf of Wallstreet mit Leonardo di Caprio bereits einige Male gesehen und ich mag ihn unglaublich gerne. Der Klappentext dieses Buches hat mich stark an die Grundatmosphäre im Film erinnert, ist aber trotzdem etwas völlig anderes!

Ich finde der btb Verlag hat wieder unglaublich gute Leistung mit der Buchgestaltung erbracht. Ich mag die Farben und das Motiv, das die Geschichte passend umfasst. 

Robert Goolrick hat einen sehr angenehmen Schreibstil. Er erzählt die Geschichte mit langen und detailreichen Schachtelsätzen, die mich allerdings beim Lesen nicht behindert haben, wie diese Art von Sätzen oft wirken können, sondern hat die Geschichte zügig vorangetrieben. Der Protagonist erzählt dem Leser die Geschichte rückblickend, jeweils sehr selbstironisch und schonungslos ehrlich. Nach dem zweiten Entzug wird Rooney von der FIRMA entlassen, wobei er in Selbstmitleid ertrinkt und ein erbärmliches Leben führt. Er versucht lange sein Lebensstil aufrecht zu erhalten, obwohl das offensichtlich auf längere Zeit nicht möglich sein wird. 

Rooney, der Protagonist und im Prinzip auch der einzige Charakter der näher beschrieben wird, war mir wirklich unsympathisch. Ich kann diesen Lebensstil und Einstellung nicht nachvollziehen und bin der Meinung er ist eigentlich ganz alleine an seinem zu Bruch gegangenem Leben schuld. Er hat viel gefeiert, ist nach durchgemachten Nächten ins Büro gegangen, war unverschämt und hat sein Geld ausgegeben um ein materialistisches Leben  zu führen. 

In diesem Buch ist jedoch nicht nur der Werdegang eines Traders ersichtlich und dessen Karrierehöhepunkt, sondern auch eine Vielzahl anderer Themen, die in dieser Zeit eine wichtige Rolle einnahmen. Dazu gehört wie bereits gesagt Aids und auch Homosexualität. Rooney hat mit Frauen, wie auch mit Männern Erfahrungen gemacht und wäre damit auch ein potentielles Opfer. Er sieht seine ehemaligen Freunde um ihn sterben, an dieser unerklärlichen Krankheit, macht jedoch trotzdem weiter wie bisher. 

Etwas unangenehmen aber auch interessant fand ich die nicht chronologische Ordnung. Zu sagen, dass es gar keine chronologische Abfolge gibt, wäre falsch, aber ich würde sagen, das Buch ist eher thematisch gegliedert; in jedem Kapitel wird ein anderer Aspekt vom Leben des Protagonisten besprochen und ausgeführt. 

Obwohl die Geschichte fiktiv ist, kann ich mir vorstellen, dass dieses Leben tatsächlich möglich gewesen ist während dieser Zeit und das macht ein Buch für mich immer sehr viel glaubhafter. 

Goolrick erzählt uns die Geschichte eines Mannes im New York der 80er Jahre, in schillernden Farben, bis er alles verliert. Ich kann dieses Buch unglaublich empfehlen, auch wenn die Börse und die Arbeitsweise eines Traders nicht unbedingt zum Interessenbereich gehört. Auf jeden Fall ist diese Geschichte eine tolle Lektüre für Interessierte an Erfahrungsberichten und Dramen. 

Vielen herzlichen Dank an das Bloggerportal für das kostenlose Rezensionsexemplar. 

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